Advantour
Usbekistan
Hotels
Reisen
Visaservice
Startseite > Seidenstraße > Zentralasien > Usbekistan
 

DIE ZEIT: − Wer war Abu Ali ibn Sina?


 
 
 
 
 
 
 

Seite: 1 - 2 - 3

Trotzdem: »Wir können optimistisch in die Zukunft schauen«, versichert unser Begleiter in kehligem Deutsch und führt uns dahin, wo wir vor lauter Schönheit jede kritische Frage vergessen: zum Registan in Samarkand. Drei Medresen rahmen den »Sandigen Platz«, jede für sich ein Kunstwerk. Würdig und voller Grandezza sehen die drei mittelalterlichen Universitäten einander an, und wir sitzen da im Abendlicht und können uns nicht losreißen von den geriffelten Kuppeln, den majestätischen Zierminaretten, den Blumen− und Sternenmosaiken in Türkis, Lila und Gelb.

All diese Farben finden sich am nächsten Tag wieder auf dem Markt von Samarkand, wo das Museale dem prallen orientalischen Leben weicht. Stimmengewirr, Händler, die einem am Ärmel zupfen, ihre Waren anpreisen: gelbe Feigen, Berge von funkelndem Kandiszucker, Maulbeersaft, so rot und dick wie Blut, glänzende runde Brote, Kautabak, Granatäpfel, Seile, Blecheimer, Wattejacken ein Basar, chaotisch wie das Leben selbst, und darüber ragen gewaltig die Ruinen der Bibi−Hanum−Moschee auf, die der blutrünstige und gleichzeitig kunstsinnige Kriegsherr Tamerlan für seine Lieblingsfrau Bibi Hanum bauen ließ.

Und hier erzählt Aziz die letzte seiner Geschichten, die Legende, wie der Moschee−Baumeister der schönen Frau einen Kuss raubte, wie der erzürnte Tamerlan seine Gattin vom Minarett zu stürzen befahl, aber vorher noch ihren letzten Wunsch erfüllte: Bibi Hanum durfte in all ihren Seidengewändern sterben. Im Fall jedoch blähten sich die vielen Kleider auf, und die Frau landete sanft wie eine Feder. »Und so«, schließt Aziz lächelnd, »wurde die Fallschirmseide erfunden. Und zwar hier, in Usbekistan.«

Seite: 1 - 2 - 3

Copyright © 2001-2009 Advantour. Alle Rechte vorbehalten.