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Kalon Minarett, Buchara


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Kalon Minarett

Seit Anbeginn des Islam gab es drei Arten von Moscheen: Djuma Moscheen, die für große Mengen Gläubige zum Freitagsgebet gedacht sind; Namazga Landmoscheen (musalla idgoh), die von der männlichen Stadt- und umliegenden Landbevölkerung zum Feiern der zwei muslimischen Feiertage Qurban und Ramadan genutzt werden; und schließlich Quzar Moscheen, die als tägliche Nachbarschaftsmoscheen gelten.

Über die aus dem 13. Jahrhundert stammende Djuma Moschee in Buchara ist sehr wenig bekannt, da sie seit ihrer Fertigstellung mehrmals vollständig umgebaut wurde. Es gilt als belegt, dass sie einen weitläufigen Innenhof besaß, der von Galerien umsäumt war. Ihr Minarett, das im Jahre 1127 n.Chr errichtet wurde, existiert noch heute. So dominiert das Kalon (=große) Minarett auch heute noch die Silhouette von Buchara und versetzt durch seine Pracht und makellose Form den Betrachter in Staunen. Das Minarett war dazu bestimmt, die Muslime der Stadt fünf Mal am Tag zum Gebet zu rufen. Normalerweise hat jede Moschee ihr eigenes Minarett, aber das Hauptminarett war nahe der Djuma Moschee gelegen. Von der Galerie hoch oben auf dem Minarett rief der Muezzin aus voller Kraft die Gläubigen zum Gebet. Das Kalon Minarett wurde zwei Mal gebaut, denn kurz vor seiner ersten Fertigstellung stürzte es ein. Wahrscheinlich hatten die Erbauer den weichen Untergrund nicht genug berücksichtigt. So wurde ein neues, tragfähigeres Fundament angelegt und im Jahre 1127 war das Kalon Minarett vollendet. Der Legende nach soll der Baumeister für zwei Jahre aus Buchara verschwunden sein, damit ihn niemand zwingen konnte, auf dem noch nicht vollständig getrockneten Fundament weiter zu bauen. So wurde das Minarett zu einem Beispiel von ziviler Ingenieurskunst gepaart mit überragender architektonischer Leistung. Die Backsteine formen einen monolithischen runden Turm, der sich von seinem wuchtigen Fundament bis zur Spitze verjüngt. An der Spitze befindet sich eine Rotunde mit 16 Bogenfenstern, aus denen zum Gebet gerufen wurde. In Zeiten von Belagerungen oder Krieg wurde das Minarett als Wachturm und Ausguck verwendet. Früher saß auf der Rotunde eine weitere Empore, doch davon ist lediglich die jetzt kegelförmige Spitze übrig. Die gebrannten Ziegelsteine, aus denen das Minarett besteht, sind das architektonische Hauptmerkmal des Turmes. Der Rumpf des Minaretts ist mit schmalen Ziegelbändern umzogen, die den Ornamentschmuck bilden. Sie sind in Schachbrettmustern angeordnet, entweder gerade oder diagonal. Ein Fries mit Inschriften läuft um das Minarett auf einem muqarnas (Stalagtiten-) Gesims. Das Fries ist mit einer blauen Lasur überzogen, die im architektonischen Dekor von Buchara zu dieser Zeit weit verbreitet war.

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