Staatliches Museum für Geologie, Taschkent

Adresse: Olimlar-Straße 64, Bezirk Mirzo-Ulugbek, Taschkent
Telefon: (+998 71) 209-09-87
Öffnungszeiten: Dienstag–Freitag: 09:00–17:00 Uhr; Samstag und Sonntag: 09:00–16:00 Uhr; montags geschlossen.
Das Staatliche Museum für Geologie in Taschkent zeichnet die geologische Geschichte der Erde nach, mit besonderem Augenmerk auf Usbekistan. Die Ausstellung vereint Fossilien, Minerale und Gesteine, darunter Dinosaurierspuren und -knochen aus verschiedenen Landesteilen sowie den Stoßzahn eines Südelefanten, der Millionen Jahre später in Zentralasien lebte.

Die Exponate stellen diese Funde in den größeren Zusammenhang sich wandelnder Kontinente, Ozeane und Tierwelten. Modelle, Multimedia- und interaktive Installationen helfen, die geologischen Prozesse hinter der Sammlung auch ohne Fachkenntnisse verständlich zu machen.
Praktische Informationen
Lage und Anreise. Das Museum liegt an der Olimlar-Straße im Bezirk Mirzo-Ulugbek in Taschkent. Die nächstgelegene Metro-Station, Buyuk Ipak Yuli, ist etwa zwei Kilometer entfernt, weshalb Besucher das Museum meist bequemer mit dem Bus oder Taxi erreichen.
Eintritt. Der Eintritt für ausländische Besucher kostet 75.000 Sum (rund 6 US-Dollar) für Erwachsene und 30.000 Sum (rund 2,50 US-Dollar) für Kinder. Für Führungen, Fotografieren und Filmen wird ein Aufpreis erhoben.
Zeitbedarf. Für einen entspannten Besuch mit den interaktiven Exponaten und einer Auswahl an Schautafeln sollte man etwa 1,5–2 Stunden einplanen. Wer sich die Mineraliensammlung und alle Begleitinformationen im Detail ansehen möchte, braucht entsprechend mehr Zeit.
Sammlung des Museums für Geologie

Die Sammlung des Museums umfasst rund 50.000 Objekte. Die Ausstellung erstreckt sich über drei Stockwerke und gliedert sich in vier Hauptthemen: die geologische Geschichte der Erde, Paläontologie, Mineralogie und die mineralischen Ressourcen Usbekistans.
Die Sammlung umfasst Gesteine, Minerale und Erze aus Usbekistan und anderen Teilen der Welt. Quarz, Gips, Fluorit und Schwefel gehören zu den zahlreichen ausgestellten Mineralienexemplaren. Manche Minerale werden als Drusen gezeigt – natürliche Ansammlungen von Kristallen, die auf gemeinsamer Basis zusammengewachsen sind. In eigenen Vitrinen werden Halbedelsteine, Schmuck und daraus gefertigte Dekorationsobjekte präsentiert.
Die paläontologische Sammlung umfasst Überreste von Dinosauriern, urzeitlichen Krokodilen, Schildkröten und anderen Tieren sowie fossile Pflanzen und Schalen urzeitlicher Meerestiere. Zu den Meeresfossilien zählen Ammoniten, ausgestorbene Kopffüßer mit charakteristisch spiralförmigen Gehäusen, die über Hunderte Millionen Jahre die Meere bevölkerten. Ein weiterer Teil der Ausstellung ist der Geschichte der geologischen Erkundung gewidmet und zeigt Modelle einiger der bedeutendsten Bodenschätze Usbekistans.
Zu den Highlights des Museums für Geologie in Taschkent gehören:

Dinosaurierskelett. Mehr als 70 % der Knochen dieser originalgetreuen Rekonstruktion sind echte Fossilien eines pflanzenfressenden Dinosauriers. Das Museum identifiziert ihn als Procheneosaurus, einen Entenschnabeldinosaurier, der vor rund 85 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit lebte. Die Überreste wurden 1961 in der Nähe von Keles entdeckt, etwa 45 Kilometer nordwestlich von Taschkent.
Dinosaurierspuren. Mehrere Steinplatten bewahren fossile Dinosaurierspuren, die in verschiedenen Teilen Usbekistans gefunden wurden, unter anderem in der Region Kaschkadarja. Manche Fußabdrücke sind bis zu einem halben Meter groß und stammen von Dinosauriern, die während der Jurazeit vor etwa 190–195 Millionen Jahren lebten.
Stoßzahn des Südelefanten. Der Stoßzahn stammt von einem Südelefanten (Archidiskodon), einem urzeitlichen Verwandten der heutigen Elefanten. Die Überreste des Tieres wurden 2013 in der Nähe von Achangaran entdeckt. Es lebte vor etwa 2–2,5 Millionen Jahren in dieser Gegend und war deutlich größer als ein heutiger Elefant. Der ausgestellte Stoßzahn musste nach der Ausgrabung mit speziellen Platten verstärkt werden, da das uralte Knochengewebe beim Kontakt mit Sauerstoff zu zerfallen begann.
Obsidian. Unter den Gesteinen und Mineralen sticht besonders der schwarze Obsidian hervor. Dieses vulkanische Glas hat eine glatte Oberfläche und weist beim Brechen äußerst feine, scharfe Kanten auf, weshalb es in prähistorischer Zeit zur Herstellung von Messern, Pfeilspitzen und anderen Schneidewerkzeugen verwendet wurde. Das im Museum gezeigte Exemplar stammt von außerhalb Usbekistans.
Aktivitäten im Museum für Geologie in Taschkent

1. Der Geschichte der Erde folgen. Der Rundgang beginnt im ersten Stock, wo ein Film die Entstehung und Entwicklung unseres Planeten erklärt, mit Untertiteln auf Russisch und Englisch.
2. Den Planetariumsbereich besuchen. Ein weiterer Bereich im ersten Stock widmet sich dem Weltraum und dem Sonnensystem. Bilder der Planeten werden auf eine halbkugelförmige Fläche projiziert und erzeugen so den Effekt eines kleinen Planetariums.
3. Das eigene Gewicht auf verschiedenen Planeten vergleichen. Bei einem der interaktiven Exponate des Museums können Besucher sich auf spezielle Waagen stellen und die Anzeigen für die Erde, andere Planeten und die Sonne vergleichen.
4. Sehen, wie Pangaea auseinanderbrach. Ein beleuchteter Globus im ersten Stock zeigt die Zeit vor etwa 200–300 Millionen Jahren, als die Landmassen des Planeten den riesigen Superkontinent Pangaea bildeten. Das Modell zeigt anschließend dessen allmählichen Zerfall, der vor rund 200 Millionen Jahren begann.
5. Die Bewohner der urzeitlichen Meere kennenlernen. Ein Teil des ersten Stocks ist Tieren gewidmet, die einst in urzeitlichen Meeren lebten. Illustrationen von Eurhinosaurus, Stenopterygius und anderen Meeresreptilien des Mesozoikums vermitteln einen anschaulicheren Eindruck vom Leben in diesen Meeren vor Hunderten Millionen Jahren.
6. Sehen, wie ein Vulkan funktioniert. Ein Modell nahe dem Eingang zeigt den inneren Aufbau eines Vulkans und veranschaulicht, was bei einem Ausbruch geschieht.

7. Animatronische Dinosaurier erleben. Im zweiten Stock sind mehrere Modelle urzeitlicher Tiere zu sehen. Sie bewegen sich und geben zum Teil auch Geräusche von sich. Am eindrucksvollsten ist ein Diplodocus: Sein Körper befindet sich im zweiten Stock, während sich sein langer Hals bis in den dritten erstreckt. In der Nähe befinden sich kleinere Modelle von einem Tyrannosaurus, einem Stegosaurus, einem Ornithomimus und einem Krokodil.
8. Durch eine Mineralienhöhle gehen. Eine große künstliche Höhle im zweiten Stock zeigt Minerale und Gesteine, die in Wänden und Nischen eingelassen sind, um zu veranschaulichen, wie sie in der Natur vorkommen. Hier werden Salz, Fluorit und andere Minerale gemeinsam mit echten Stalaktiten gezeigt.
Geschichte des Staatlichen Museums für Geologie

Die Sammlung des Museums geht auf das Jahr 1926 zurück, als in Taschkent die zentralasiatische Zweigstelle des Geologischen Komitees gegründet wurde. Anfangs füllten die bei Feldforschungen gesammelten geologischen Exponate nur einen einzigen Raum. Mit fortschreitender geologischer Forschung kamen neue Funde hinzu, und die Sammlung wuchs allmählich über ihren ursprünglichen Platz hinaus.
1988 eröffnete das Museum für Geologie in einem eigens errichteten Gebäude an der Furkat-Straße, auf dem Gelände des heutigen Tashkent City. Das Gebäude bot großzügige Ausstellungsflächen sowie Einrichtungen für Forschung und Bildung. 2011 zog das Museum um, und das Gebäude wurde später abgerissen.
Von 2011 bis Ende 2024 war das Museum für Geologie in einem historischen Gebäude an der Taras-Schewtschenko-Straße untergebracht. Das 1928 errichtete Gebäude steht heute auf der nationalen Liste des materiellen Kulturerbes Usbekistans.
Ende 2024 wurde die Sammlung in den neuen Campus der Universität für Geowissenschaften an der Olimlar-Straße verlegt, im Akademgorodok (Akademikerstadt) in Taschkent. In diesem Stadtteil sind mehrere wissenschaftliche Einrichtungen der Geologie angesiedelt, darunter das Institut für Geologie und Geophysik.
Das Museum wurde im Frühjahr 2025 an seinem neuen Standort für Besucher wiedereröffnet, nach einer umfassenden Modernisierung mit interaktiven und multimedialen Elementen. Es erweitert damit die Auswahl an Museen in Taschkent um ein Angebot mit Mitmach-Ausstellungen für Erwachsene und Kinder.
