Geplante Reisen durch Usbekistan in 2018-2019

Shahi-Zinda, Samarkand

Nekropole, die zu Ehren des "Lebendige König " benannt ist

Am Südost-Hügel des Afrosiab liegt die bemerkenswerte Nekropole Shohizinda. Sie besteht aus 11 Mausoleen, die in Etappen zwischen dem 14. bis 15. Jahrhundert erbaut wurden. Das Eingangsportal ist das jüngste Gebäude mit der Inschrift: „Dieses prachtvolle Gebäude wurde errichtet von Abdulazizkhan, Ulubek-Gurgans Sohn, Shahruhs Sohn, Amir Timur-Guragans Sohn im Jahre 883 (1434 n.Chr.)“ Das gesamte Gebäudeensemble kann in drei Teile unterteilt werden:

Als erstes der Eingangs-Chortak (Chortak=Kuppelkonstruktion auf vier Bögen), der aus Hudjra-Moschee, Sommermoschee, Davlyat Kushbegi Moschee und Mausoleum besteht. Dann der Mittel-Chartak, der aus den Mausoleen Emir-Zade, Emir-Husein, Shadi-Mulk, Shirin-Bibi-aka, Octahedron, Usto Ali, einem namenlosen, Burunduk, Hudjra, Kusama ibn-Abbasa (+Moschee) und Ziarathani besteht.

Nekropole Shohizinda, Samarkand
Nekropole Shohizinda, Samarkand
Nekropole Shohizinda, Samarkand

Der obere Chartak besteht aus der Tuman-aka-Moschee, dem Tuman-aka-Mausoleum, einem namenlosen Mausoleum aus dem Jahre 1360/61 und dem Hodja Ahmad Mausoleum.

Wenn man die Stufen von Shohizinda hinauf schreitet und das kühle Zwielicht des schmalen Ganges erreicht, macht man eine Zeitreise der besonderen Art: Je weiter man geht, desto älter werden die Gebäude. Das erste Mausoleum auf der linken Seite wurde dem Freund und Astronomielehrer Timurs zugeordnet, Kazi-Zade Rumi.

Doch in den 60er/70er Jahren fanden Wissenschaftler dort zwei Frauenkörper. Nach 36 Stufen auf der alten Treppe befindet sich der Besucher in der offenen Galerie. Hier stehen die Mausoleen und Gruften der engsten Verwandten Timurs und seiner Vertrauten am Hofe. Auf der linken Seit befindet sich hinter dem Emir Sade Mausoleum das Mausoleum von Timurs Nichte Shodi Mulk Oqa. Sie starb sehr jung und daher befahl Timur den Bau einer sehr eleganten Grabstätte, die ihre Schönheit und Jugend widerspiegelt. Timurs Schwester Shirinbeka Oqa beaufsichtigte den Bau dieses Mausoleums und baute nach dessen Fertigstellung ihr eigenes gegenüber. Beide Mausoleen wurden in den Jahren 1371-1373 errichtet.

Nekropole Shohizinda, Samarkand
Nekropole Shohizinda, Samarkand
Nekropole Shohizinda, Samarkand

Etwas weiter sieht man ein namenloses Mausoleum von aserbaidschanischen Architekten, das sich dadurch von allen anderen unterscheidet, dass sich der Eingang zur Krypta auf der Straßenseite befindet, während alle anderen Mausoleen ihn auf der Rückseite des Gebäudes haben. Die Mausoleen der nächsten Reihe sind alle namenlos, da sie bereits im 11. Jahrhundert erbaut wurden und während der mongolischen Invasion fast alle zerstört wurden. Jetzt sind nur noch wenige Reste dieser alten Mausoleen zu sehen. Eines dieser Mausoleen wird auch Usta Ali Nasaf genannt, nach seinem Architekten.

Das darauf folgende Mausoleum trägt den Namen von Emir Burunduq, dem Oberbefehlshaber Tirmurs Armee. Weiter dahinter stößt man auf das älteste Ensemble des Areals, den Komplex des „lebenden Scheichs“ Qussam ibn Abbos. Die Legende besagt, dass Qussam ibn Abbos im 8. Jahrhundert während des Betens eines Sermons enthauptet wurde. Da er aber heilig war, sagt er, dass ein Mann, der auf dem Weg zu Gott getötet wird, nicht sterben könne. So nahm er seinen Kopf unter den Arm und begab sich in den Schacht, wo er noch heute lebt. Das Mausoleum wurde im 11. Jahrhundert erbaut und die Kuppel im 14. Jahrhundert auf Befehl Timurs umgebaut.

Im letzten Hof befinden sich drei Mausoleen: ein namenloses, die Tuman Oqa Moschee und das Hodja Ahmad Mausoleum. Alle drei wurden im 14. Jahrhundert erbaut. Bei dem namenlosen und dem Hodja Ahmad Mausoleum kann man durch einen Blick aufs Dekor sagen, dass sie von Architekten aus Samarkand geschaffen wurden, da die verwendeten Farben Weiß, Blau und Dunkelblau der Samarkander Schule zugeordnet werden. Im Gegensatz dazu wird im Tuman Oqa Mausoleum Grün, Gelb, Schwarz und Rot verwendet. Links der Mausoleen liegt der Eingang zum größten muslimischen Friedhof aus dem 9. Jahrhundert, der bis heute genutzt wird.

Nekropole Shohizinda, Samarkand
Nekropole Shohizinda, Samarkand
Nekropole Shohizinda, Samarkand